Titel: Ludwig/Hanke: Wien startet Joboffensive 50plus


Datum/Zeit: 09/09/2019 11:15 AM


Meldungstext: OTS085 5 II 1683 NRK0009 CI 09.Sep 19

Kommunales/Wien/Arbeitsmarkt

Ludwig/Hanke: Wien startet Joboffensive 50plus
Utl.: Stadt Wien und AMS fördern 500 Jobs für Arbeitslose über 50
Jahre im städtischen und privaten Bereich =

Wien (OTS/RK) - „Wir sind startklar mit der Wiener Joboffensive
50plus,“ freuen sich Bürgermeister Michael Ludwig und
Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke bei der Präsentation des Programms.
Mit der „Joboffensive 50plus“ stellt die Stadt Wien jetzt gemeinsam
mit dem AMS Wien ein eigenes Angebot für über 50-jährige arbeitslose
WienerInnen, die schon länger erfolglos Arbeit suchen, bereit. Warum
ist das notwendig: Ältere haben auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor
schlechte Karten, auch wenn sie gut qualifiziert, gesund, flexibel,
motiviert und leistungsfähig sind. Seit 2012 ist die Arbeitslosigkeit
in dieser Altersgruppe um 61 Prozent gestiegen.

Durch die Joboffensive 50plus sollen nun rund 500 ältere
arbeitsuchende WienerInnen neue Beschäftigungschancen im Bereich der
Gemeinde Wien, gemeinnützigen Einrichtungen, die mit der Stadt Wien
kooperieren, aber auch in der privaten Wirtschaft erhalten. Die
Kosten dafür betragen insgesamt rund 12,2 Mio. Euro. Die Wiener
Joboffensive 50plus läuft bis Ende 2020. Hauptziel ist es, dass
möglichst viele, die in diesem Rahmen einen neuen Job bekommen haben,
auch über diesen Zeitraum hinaus weiter beschäftigt werden.

Bürgermeister Michael Ludwig: „Die Joboffensive 50plus gibt 500
Arbeitslosen über 50 eine neue Chance! Das sind vollwertige Jobs mit
fairer Bezahlung. Damit bekommen Arbeitslose über 50 die
Wertschätzung, die sie verdienen!“

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: „Gerade ältere Arbeitslose
brauchen unsere volle Unterstützung. Deshalb nehmen wir in Wien das
Heft in die Hand und starten die Joboffensive 50plus. Dabei
profitiert auch die Stadt als Arbeitgeberin von der Erfahrung und
Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer!“

waff-Geschäftsführer Fritz Meißl: „Während die Arbeitslosigkeit
seit mehr als eineinhalb Jahren in allen Altersgruppen sinkt, steigt
sie bei Menschen, die älter als fünfzig sind, weiter an. Die Gründe
dafür sind vielfältig: Demographie, späterer Pensionsantritt,
hartnäckige Vorurteile. Die Joboffensive 50plus ist das richtige
Angebot zur richtigen Zeit!“

AMS Wien-Landesgeschäftsführerin Petra Draxl: „Bei der
Joboffensive 50plus arbeiten Stadt Wien und AMS Wien eng zusammen.
Dass die Stadt älteren Arbeitsuchenden Beschäftigungsmöglichkeiten im
Magistrat eröffnet und sich auch private Unternehmen beteiligen
können, hilft den Arbeitskräften und den Betrieben.“

Zwtl.: Schwierige Arbeitsmarktsituation für Ältere

Die Konjunktur lief in den vergangenen Jahren gut. Allerdings
konnte Menschen über 50 Jahre davon nicht in diesem Ausmaß
profitieren. Während die Arbeitslosigkeit (inkl. Schulungen)
insgesamt seit Mai 2017 sinkt, ist sie bei über 50-jährigen erst im
November 2017 zurückgegangen. Allerdings nur kurzfristig, nämlich bis
Juni 2018. Die Problematik der Altersarbeitslosigkeit zeigt sich noch
deutlicher im Vergleich von 2012 auf 2018. 2012 waren 21.713 Personen
über 50 Jahre arbeitslos, 2018 waren es 34.988. Das ist ein Anstieg
um 61 Prozent.

Insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit ist für Menschen über 50 ein
massives Problem. Rund die Hälfte dieser Personengruppe ist
langzeitarbeitslos, also mehr als 1 Jahr ohne Job. Der Grund dafür:
Menschen über 50 sind mit vielen Vorurteilen konfrontiert.
Bewerbungen von Älteren werden oft nicht berücksichtigt. Die lange
Arbeitslosigkeit verschärft die Situation. Diese Menschen sind dann
ungerechtfertigt am Arbeitsmarkt abgestempelt, es wird immer
schwieriger, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Hinzu kommt, dass
sich jetzt besonders die geburtenstarken Jahrgänge in der Generation
50plus befinden und auch die Effekte der längeren Lebensarbeitszeit
und eines erschwerten Pensionszugangs zum Tragen kommen.

Zwtl.: Ludwig: “Ältere arbeitsuchende Menschen müssen die
Wertschätzung bekommen, die sie verdienen. Das tun wir in Wien mit
der Joboffensive 50plus.“

Das Vorbild für die Joboffensive 50plus ist die Aktion 20.000. Sie
wurde 2017 gestartet und auf zwei Jahre anberaumt, um genau diese
Zielgruppe zu unterstützen. Anfang 2018 waren keine Neueinstiege
mehr möglich, weil sie die damalige Bundesregierung vorzeitig
eingestellt hat. Es ist belegt, dass die Arbeitslosigkeit mit Beginn
der Aktion 20.000 zurückgegangen und kurz nach dem Stopp wieder
angestiegen ist.

Dazu Bürgermeister Michael Ludwig: „Umso unverständlicher war der
Stopp durch die türkis/blaue Bundesregierung. Mit der Joboffensive
50plus wollen wir jetzt 500 Arbeitslosen über 50 eine neue Chance
geben. Das sind vollwertige Jobs mit fairer Bezahlung. Damit bekommen
Arbeitslose über 50 die Wertschätzung, die sie verdienen. Mein
besonderer Dank für das Zustandekommen der Joboffensive 50plus gilt
dem AMS Wien, ohne dessen Engagement die Joboffensive 50plus in
dieser Form nicht möglich wäre. Ebenso bedanken möchte ich mich beim
waff, der die Joboffensive gemeinsam mit dem AMS Wien organisiert.“

Zwtl.: Hanke: „Wer über 50 Jahre und schon lange arbeitslos ist,
benötigt eine faire Chance. Die öffentliche Hand muss hier
Verantwortung übernehmen.“

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke ergänzt: „Vor allem ältere
WienerInnen, die schon lange arbeitslos sind, benötigen eine faire
Chance, wieder im Arbeitsprozess Fuß zu fassen. Wenn sie die Chance
auf dem freien Markt nicht bekommen, brauchen wir Modelle wie die
Joboffensive 50plus. Da muss die öffentliche Hand Verantwortung
beweisen. Die Abschaffung der Aktion 20.000 für ältere Arbeitslose
durch die ehemalige türkis-blaue Bundesregierung war ein Schlag ins
Gesicht für die Betroffenen. Deswegen nehmen wir jetzt gemeinsam mit
dem AMS Wien selbst das Heft in die Hand und machen arbeitslosen
WienerInnen über 50 Jahre mit der Joboffensive 50plus ein neues
Angebot.“ Ludwig und Hanke unterstreichen dabei aber ihre Forderung
nach der Wiederaufnahme der Aktion 20.000.

Zwtl.: Draxl, Meißl: „Eine wichtige Initiative zum richtigen
Zeitpunkt, bei der Stadt Wien, AMS Wien und waff eng
zusammenarbeiten.“

AMS Wien und waff setzen die Joboffensive gemeinsam mit dem
Magistrat der Stadt Wien um. Dazu Petra Draxl, AMS
Wien-Landesgeschäftsführerin: “Die Joboffensive 50plus ist eine
wichtige Initiative, bei der Stadt Wien und AMS Wien eng
zusammenarbeiten. Ich freue mich sehr, dass die Stadt Wien dabei
arbeitsuchenden WienerInnen über 50 Jahre ganz konkrete
Beschäftigungsmöglichkeit in ihrem eigenen Aufgabenbereich eröffnet.
Auch private Unternehmen, die die Erfahrung älterer Arbeitskräfte
nutzen wollen, können sich in diesem Rahmen beteiligen. Das hilft
gleichermaßen den Betrieben und den Arbeitsuchenden, denen wir damit
wieder ein gutes und zielgruppengerechtes Angebot machen können.“

Fritz Meißl, waff-Geschäftsführer: „Die ehemalige Bundesregierung
hat bedauerlicherweise die Beschäftigungsaktion 20.000 ersatzlos
gestrichen. Die Initiative des Wiener Bürgermeisters für die
Joboffensive 50plus ist das richtige Angebot zur richtigen Zeit. Der
waff, der die Joboffensive gemeinsam mit dem AMS Wien organisiert,
kann dabei auf eine großartige und bereits bewährte Kooperation mit
der Magistratsdirektion und den einzelnen Geschäftsgruppen der Stadt
aufbauen.“

Zwtl.: Was ist die Joboffensive 50plus

Die Wiener Joboffensive 50plus ist ein Angebot für rund 500
arbeitslose WienerInnen über 50 Jahre, die mehr als 3 Monate beim AMS
arbeitsuchend gemeldet sind. Welche Betriebe beteiligen sich: Die
Gemeinde Wien, gemeinnützigen Einrichtungen, die mit der Stadt Wien
kooperieren, und im Unterschied zur Aktion 20.000 auch Wiener
Unternehmen, wenn sie MindestsicherungsbezieherInnen über 50 Jahre
einstellen.

Das Fördermodell der Joboffensive 50plus baut auf der
Eingliederungsbeihilfe des AMS Wien auf und erweitert sie. Konkret
übernehmen Stadt Wien und AMS Wien gemeinsam für ein Jahr zu 100
Prozent die Lohn- und Gehaltskosten für die im Rahmen der
Joboffensive eingestellten Personen im kommunalen Bereich bzw. bei
NGO/NPO. Private Unternehmen erhalten einen Zuschuss zu den Lohn-und
Lohnnebenkosten für 12 Monate. Die Höhe des Zuschusses beträgt 66,7
Prozent und setzt sich aus einer Förderung des AMS Wien und des waff
zusammen. Eine höhere Förderintensität wäre aus
EU-wettbewerbsrechtlicher Sicht bedenklich.

Es gibt eine rege Beteiligung: Über 1.800 offene Stellen sind
bereits gemeldet. Die Palette an Jobs ist sehr breit. Sie reicht von
Büroberufen über IT-Berufe, handwerkliche und technische Berufe,
sowie Sozialberufe bis hin zu Hilfstätigkeiten in diesen Bereichen.

~
* Von der Gemeinde Wien selbst werden aktuell 593 Jobs angeboten.
Weitere 190 Stellen werden in stadtnahen gemeinnützigen Einrichtungen
und Unternehmen angeboten. Die Magistratsabteilung 13 für Bildung und
außerschulische Jugendbetreuung sucht zum Beispiel neben
administrativen Personal für Musikschulen unter anderem auch
einen/eine KlavierstimmerIn.
* Die Wiener Schulen bieten Stellen, u.a. für SchulwartInnen und
SchulsekretärInnen. Bei den Wiener Linien werden vorwiegend
BuslenkerInnen, StraßenbahnfahrerInnen, U-BahnfahrerInnen und
TriebfahrzeugführerInnen aber auch qualifizierte
Werkstätten­mitarbeiterInnen gesucht. Auch die Wiener Bäder haben
Stellen gemeldet u.a. für BadewärtInnen. Wien Digital bietet
qualifizierte Jobs im IT-Bereich an, etwa AccountmanagerInnen und
ApplikationsmanagerInnen.
* Besonders viele Stellen hat der KAV gemeldet. Konkret werden
Stellen angeboten u.a. für HausarbeiterInnen, KöchInnen,
OrdinationsassistentInnen, Abteilungs-helferInnen. Beim Fonds
Soziales Wien sind es Stellen sowohl im administrativen Bereich
(Bürohilfstätigkeiten, Buchhaltung etc.) als auch im Bereich
Hausverwaltung. Gesucht werden außerdem HeimhelferInnen sowie
CasemangerInnen im Bereich soziale Arbeit.


* Insgesamt 464 Stellen haben gemeinnützige Einrichtungen, die mit
der Stadt kooperieren, wie etwa die Volkshilfe und die Caritas
gemeldet. Gesucht werden hier MitarbeiterInnen in den Bereichen
Lager, Möbelabholung oder SozialarbeiterInnen, Fachkräfte für
Reinigung, für Administration, ProjektkoordinatorInnen uvm.

* Auch private Unternehmen beteiligen sich bereits an der
Joboffensive 50plus, u.a. Rewe, die Bäckerei Ströck, Anker Brot, Spar
und Interspar. Gesucht werden etwa FilialleiterInnen,
MarktmanagerInnen, KassierInnen, VerkäuferInnen und KonditorInnen.
Insgesamt haben bis dato private Unternehmen rund 530 Stellen
gemeldet. Die Stadt Wien arbeitet hier eng mit der Wirtschaftskammer
Wien zusammen. Stadtrat Hanke und WKW-Präsident Walter Ruck haben
Mitte August über 40.000 Wiener Unternehmen eingeladen, an der
Offensive teilzunehmen.
~
Die Joboffensive 50plus bringt älteren arbeitsuchenden WienerInnen
jedenfalls neue Chance, einen stabilen Job, ein geregeltes Einkommen,
eine faire Entlohnung und die Chance auf Weiterbeschäftigung. Darüber
hinaus bietet sie für Wiener Betriebe, für den Magistrat und auch für
gemeinnützige Einrichtungen Fachkräfte, die sie brauchen. Sie
ent-lastet die bestehenden Sozialsysteme, denn die neu beschäftigten
ArbeitnehmerInnen zahlen wieder in die Sozial- und
Arbeitslosenversicherung ein.

Zwtl.: So läuft die Joboffensive 50plus ab – große Infoveranstaltung
zur Wiener Joboffensive 50plus am 18.9. in der Metastadt

Das AMS Wien lädt derzeit Personen aus der Zielgruppe für eine
erste große Infoveranstaltung am 18.9. in der Metastadt im 22. Bezirk
ein. Bei der Auftaktveranstaltung kann man auch schon konkretes
Interesse für die angebotenen Jobs anmelden. Sie ist auf rund 2.500
BesucherInnen ausgerichtet. Rund 65 Organisationen, Einrichtungen
sowie Unternehmen und selbstverständlich die Stadt Wien selbst sind
vor Ort. Arbeitslose der Zielgruppe werden danach laufend vermittelt.
Darüber hinaus ist ein Brief an 10.000 MindestsicherungsbezieherInnen
verschickt worden mit der Einladung, die Wiener Joboffensive 50plus
als Chance für den (Wieder) Einstieg in den Job zu nutzen.

Die Gesamtkosten für die Joboffensive betragen 12,2 Mio. Euro.
Wien nimmt dafür insgesamt 4,5 Mio. Euro in die Hand. Dem AMS Wien
erwachsen über seine bestehende Eingliederungsbeihilfe hinaus
Zusatzkosten in der Höhe von etwa 2 Mio. Euro.

Zwtl.: Service

Die Rathauskorrespondenz hat ein Themen-Dossier zur Joboffensive
50plus zusammengestellt.
Unter [www.wien.gv.at/presse/hintergrund/]
(https://www.wien.gv.at/presse/hintergrund/) finden Sie demnächst
Hintergrund-Infos, Grafiken, Testimonials und ein Q&A zur
Joboffensive 50plus.

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Rückfragehinweis:
Paul Weis
Mediensprecher des Bürgermeisters
Tel.: 01/4000-81846
E-Mail: paul.weis@wien.gv.at

Nikolai Moser
Mediensprecher StR Peter Hanke
Tel.: 01/4000-81218
E-Mail: nikolai.moser@wien.gv.at
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Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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