Titel: Corona: Wien setzt gegen ansteckendere Delta-Variante weiter auf PCR-Tests


Datum/Zeit: 07/06/2021 01:58 PM


Meldungstext: OTS127 5 CI 0723 NRK0008 06.Jul 21

Kommunales/Wien/Viruserkrankung

Corona: Wien setzt gegen ansteckendere Delta-Variante weiter auf
PCR-Tests
Utl.: Bürgermeister Ludwig will „jetzt Maßnahmen setzen, die Grad an
Freiheit ermöglichen, um Lockdown im Herbst auszuschließen“ =

Wien (OTS/RK) - „Die Pandemie ist nicht vorbei“, hat Bürgermeister
Michael Ludwig heute, Dienstag, bei einem Mediengespräch mit
Medizin-Expertinnen und -Experten erneut gewarnt. Auch wenn die
Infektionszahlen derzeit relativ niedrig seien und die Auslastung in
den Spitälern gering, stelle die erwiesen ansteckendere
Delta-Variante des Virus ein Risiko für den Herbst dar, so der
Stadtchef. Das zeigten auch Erfahrungen aus anderen europäischen
Ländern, wo die Fallzahlen bereits gestiegen seien und eine
neuerliche Welle absehbar sei. „Solange nicht eine ausreichend große
Zahl von Menschen geimpft und voll immunisiert ist, gilt es, jene zu
schützen die sich noch anstecken können“, sagte Ludwig. Ein Mittel,
um die Ausbreitung einzudämmen sei konsequentes Testen – vor allem
mit den zuverlässigeren PCR-Tests.

Aktuell seien in Wien 670.000 Personen vollständig gegen das Virus
immunisiert. „Ein Großteil der Bevölkerung ist damit immer noch nicht
geimpft und damit geschützt“, gab Ludwig zu bedenken. „Dazu gehören
auch Kinder, die noch nicht geimpft werden können – und ihre Eltern,
die in einem Alter sind, in dem viele Personen auch noch keinen
Impfstoff erhalten haben“, sagte Ludwig. Insbesondere Kinder würden
sich laut Expertinnen und Experten häufiger mit der Delta-Variante
anstecken und diese auch weitergeben.

Bürgermeister Ludwig appellierte an die Wienerinnen und Wiener,
weiter konsequent zu testen und das kostenlose Testangebot der Stadt
in Anspruch zu nehmen. Dazu gehöre auch das Testen von Kindern. „Mit
Angeboten wie dem in Wien entwickelten Gurgeltest gibt es zumutbare
Möglichkeiten, auch die Jüngsten mit zuverlässigen PCR-Tests zu
testen“, sagte Ludwig. Er verwies auf die kostenlosen städtischen
Angebot wie „Alles gurgelt!“ oder die „Gurgelboxen“, verteilt über
die ganze Stadt.

Bei seiner Einschätzung stützte sich Ludwig auf den Rat von Wiener
Expertinnen und Experten wie Michael Binder, dem medizinischen
Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds sowie Sylvia Hartl,
Vorständin der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten der
Klinik Penzing. Die ExpertInnen begrüßen die Entscheidung der Stadt,
inbesondere die Jüngeren zu testen. Als einziges Bundesland verlangt
Wien den negativen Test-Nachweis als Eintrittsvoraussetzung schon für
Kinder ab 6 Jahren.

„Die Delta-Variante ist in Europa bereits angekommen“, sagte
Michael Binder. Ein Anstieg der Fälle seit dem 15. Juni sei in den
Daten des „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC)
ablesbar, mit den steigenden Fallzahlen und einer steigenden
Reproduktionszahl des Virus werde das Risiko einer Welle immer
größer. „Die Delta-Variante ist ansteckender und wird das
Infektionsgeschehen auf kurz oder lang beherrschen“, so der
Mediziner. Aus den Daten aus Großbritannien zeige sich: „Die Kinder
sind die Treiber der Delta-Variante, deshalb ist es wichtig, auch
Kinder zu testen“ – bevorzugt mit genaueren PCR-Tests wie dem
Gurgeltest statt mit Antigen-Schnelltests mit einer weitaus
niedrigeren Sensibilität. „Die Test-Infrastruktur ist in Wien
einzigartig“, sagte Binder, sie könne ein Vorteil im Kampf gegen das
Virus sein und dazu beitragen, die drohende Welle möglichst flach zu
halten und Lockdowns zu verhindern.

Primarin Sylvia Hartl warnte vor den Auswirkungen einer Welle mit
Delta-Infektionen auf das Spitalswesen: „Wir brauchen eine flache
Welle. Jetzt kommt es darauf an, möglichst viele zu impfen. Wer nicht
geimpft werden kann – das sind derzeit noch vor allem Kinder – muss
mit zuverlässigen PCR-Tests getestet werden“, so Hartl.

Regelmäßiges Testen – auch der Jüngsten – sei derzeit immer noch
das probateste Mittel gegen das Virus, sagten Binder und Hartl. Daten
des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) wiesen darauf hin, dass
eine Durchimpfungsrate von 85 Prozent relative Sicherheit für alle
bedeuten würde. Bis dahin gelte es, eine Routine mit dem Testen zu
entwickeln und in Wien beizubehalten.

Durch regelmäßiges Testen sei der Zugang zu Kultur- und
Freizeiteinrichtungen auch im Sommer gewährleistet, betonte Ludwig.
Er wollte auch ein „Missverständnis“ bezüglich der Wiener Regeln
ausräumen, das sich in den Medien halten würde: „Die 3G-Regel in Wien
bedeutet nicht, dass Kinder vor jedem Besuch im Bad punktuell einen
Test machen müssen. Wer regelmäßig mehrmals pro Woche testet – zum
Beispiel gemeinsam mit den Eltern im Rahmen von ‚Alles gurgelt!‘ –
erfüllt alle Voraussetzungen mit einem gültigen Test für einen
spontanen Besuch im Bad oder beim Feriencamp“.

Weitere Informationen:

Hanno Csisinko, Mediensprecher des Bürgermeisters, Tel.: +43 1
4000 81855, [hanno.csisinko@wien.gv.at]
(mailto:hanno.csisinko@wien.gv.at)

Paul Weis, Mediensprecher des Bürgermeisters, Tel.: +43 1 4000
81846, [paul.weis@wien.gv.at] (mailto:paul.weis@wien.gv.at) (Schluss)
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