Titel: WWTF-Life Sciences Call 2020: Mehr als 6 Millionen Euro für Präzisionsmedizin in Wien =


Datum/Zeit: 06/08/2021 12:15 PM


Meldungstext: OTS140 5 II 1110 NRK0007 CI 08.Jun 21

Kommunales/Wien/Forschung/Wissenschaft/Medizin

WWTF-Life Sciences Call 2020: Mehr als 6 Millionen Euro für
Präzisionsmedizin in Wien =

Wien (OTS/RK) - Durch die Erforschung ihrer grundlegenden Mechanismen
können schwere Krankheiten erkannt und künftig durch stärker
personalisierte humanmedizinische Therapien, zielgerichteter
behandelt werden. Beim WWTF-Life Sciences Call 2020 „Precision
Medicine“ werden mit insgesamt 6,07 Millionen € sieben exzellente
Forschungsprojekte nach einer kompetitiven Ausschreibung mit einer
strengen internationalen Begutachtung gefördert. Die geförderten
Projekte bewegen sich zwischen Grundlagenforschung und klinischer
Anwendung. Eine Million der Gesamtfördersumme kommt dabei als
Zusatzfinanzierung von Seiten der Stadt Wien.

Die Stadt Wien hat als Gesundheitsmetropole eine große Tradition
und eine große Zukunft. Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben
braucht es für die Medizin der Zukunft mit ihrem wichtigsten Trend
„Präzisionsmedizin“ drei Bedingungen: exzellente Grundlagenforschung,
großartige Wissenschafter*innen und herausragende
Forschungsinstitutionen und Kliniken. Mit dem WWTF-Life Sciences Call
2020 zum Thema Präzisionsmedizin treffen diese drei Bausteine
eindrucksvoll aufeinander.

In Zeiten von COVID-19 werden ganz viele Kräfte und Aufmerksamkeit
auf die Bekämpfung der Pandemie gerichtet. Dennoch ist es besonders
wichtig, auch weiterhin alle anderen Krankheiten stark im Blick zu
behalten: Wien tut alles für die Bekämpfung der Pandemie und bemüht
sich gleichzeitig darum, für alle Krankheiten ein hochwertiges
Therapieangebot zur Verfügung zu haben. Dazu braucht es Forschung,
wie Bürgermeister Dr. Michael Ludwig unterstreicht: „Wien arbeitet
jeden Tag mit ganzer Kraft an der Bekämpfung der COVID-19 Pandemie.
Zugleich kümmern wir uns als Gesundheitsmetropole im Sinn einer
umfassenden Versorgung um alle Krankheiten und unterstützen daher die
wichtigen Förderaktivitäten des WWTF zur Präzisionsmedizin.“

Zwtl.: Hintergrund

Der WWTF fördert mit dem Schwerpunkt „Life Sciences“ seit 2003
regelmäßig Projekte aus dem Bereich der medizinischen Forschung. Seit
2016 legt der WWTF einen Fokus auf „Präzisionsmedizin“ als eines der
wichtigen medizinischen Zukunftsthemen. Insgesamt hat der WWTF
bereits 12 Projekte mit einem Fördervolumen von 10,75 Millionen €
unterstützt. Diese Initiative steht auch im Zusammenhang mit den
Anstrengungen wichtiger Wiener Forschungseinrichtungen, Infrastruktur
für Präzisionsmedizin zu schaffen. So wird an der Medizinischen
Universität Wien dafür in den nächsten Jahren ein großes
Forschungsgebäude errichtet, wie MedUni Wien-Rektor Univ. Prof.
Markus Müller erläutert:

„Präzisionsmedizin ist der wichtigste Trend der Medizin des 21.
Jahrhunderts. Um dieser Entwicklung an unserem Medizinstandort
gerecht zu werden, werden in den nächsten Jahren große Investitionen
in Gebäude und Infrastruktur getätigt. Neben diesem Ausbau der
Infrastruktur ist eine international wettbewerbsfähige, exzellente
Finanzierung von Forschungsprojekten entscheidend. Der WWTF spielt
hier für die Umsetzung zahlreicher, großer Projekte eine
herausragende Rolle."

Zwtl.: Präzisionsmedizin - Was ist das?

In der Präzisionsmedizin wird ein Ansatz zur Prävention und
Behandlung von Krankheiten gewählt, der Unterschiede des
individuellen Erbguts, des Umfelds und der Lebensweise jeder*s
Patient*in in die klinische Bewertung miteinbezieht. Durch diesen
zielgerichteten Ansatz können genauere Vorhersagen bzgl. Behandlungs-
und / oder Präventionsstrategien für spezifische / die richtige /
geeignete Gruppe von Patient*innen getroffen werden. Dafür braucht es
die Zusammenarbeit von Grundlagenforschung, Genetik, Klinik und
Informatik. Die Präzisionsmedizin zielt darauf ab,
Behandlungsschemata weg von „durchschnittlichen Patient*innen“ hin
zum Individuum voranzutreiben. Präzisionsmedizin kann längerfristig
Behandlungsstrategien liefern, die nicht nur effektiver sind, sondern
auch die oftmals auftretenden Nebenwirkungen herkömmlicher
Behandlungen reduzieren helfen.

Zwtl.: Großes Interesse der Community, Vergabe von 6,07 Millionen
Euro

Das Interesse der „wissenschaftlichen Community“ war groß:
Insgesamt sind 82 Kurzanträge beim WWTF eingelangt, 24 davon gingen
in die Vollantragsphase. Der jetzige WWTF-Präsident und ehemalige
Bürgermeister, Dr. Michael Häupl, unterstreicht die Dynamik in diesem
Feld: „Warum Wissenschaft so wichtig ist, hat Corona gezeigt. Mit der
Präzisionsmedizin unterstützt der WWTF das Zusammenwirken von
Grundlagenforschung, Genanalysen, Rechenmodellen und klinischen
Versuchen. Damit helfen wir, eine Community zu schaffen, die durch
Forschung schwere Krankheiten zielgerichtet bekämpfen kann.“

Eine internationale siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von
Martina Muckenthaler (Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland)
hat auf Basis einer weltweiten Fachbegutachtung insgesamt sieben
Projekte mit einer Gesamtsumme von 6,07 Millionen € zur Förderung
empfohlen. Die geförderten Projekte beschäftigen sich mit den
unterschiedlichsten Gebieten der medizinischen Forschung und reichen
vom besseren Verständnis einzelner Krebsarten, über die Anwendung
neuer Medikamente bis hin zum Einsatz und der Kombination neuer
technologischer Verfahren. Die Qualität der Projekte kann sich sehen
lassen, so WWTF-Geschäftsführer Dr. Michael Stampfer: „Unsere
internationale Fachjury und die Gutachter*innen sagen uns: ‚Ihr habt
viele Weltklasse-Forschungsgruppen in Wien, die wichtige Beiträge für
die Medizin der Zukunft leisten können.‘ Dies zu unterstützen ist dem
WWTF eine wichtige Aufgabe.“ Jedes Projekt erhält knapp 900.000 €
Förderung; die Projektlaufzeiten variieren zwischen drei und vier
Jahren.

Zwtl.: Die Projekte des WWTF-Life Sciences Call 2020 im Detail

Sechs Forschungsteams der Medizinischen Universität Wien (MedUni
Wien) und eine Gruppe an der St. Anna Kinderkrebsforschung (St. Anna
Children's Cancer Research Institute, CCRI) wurden prämiert.

Drei Projekte zielen darauf ab, die Behandlung von Kindern – von
Frühgeborenen bis hin zu Jugendlichen – zu verbessern.

~
* Beim Ewing-Sarkom, einem Knochenkrebs, der vor allem bei
Jugendlichen auftritt, entwickelt und validiert Eleni Tomazou (CCRI)
mit ihren Kolleg*innen eine minimalinvasive Flüssig-Biopsie um
Hochrisikopatient*innen identifizieren zu können.
* Lukas Wisgrill (MedUni Wien) untersucht mit seinem Team die
einzigartigen Nasen-Mikrobiome von Früh- und Reifgeborenen und deren
Einfluss auf die Virus-Infektionen der Atemwege um unbekannte
Interaktionen von Virus-Mikrobiom-Wirt zu analysieren.
* Mit einem Fokus auf Frühgeborene soll die Forschung von Monika
Resch (MedUni Wien) und ihrem Team eine genauere Diagnose von
intraventrikulären Hirnblutungen ermöglichen, um den Weg für bessere
klinische Eingriffe zu ebnen.
~


Zwei Projekte beschäftigen sich mit Krebs bei erwachsenen
Patient*innen.

~
* Adelheid Woehrer (MedUni Wien) untersucht mit ihren Kolleg*innen,
wie sterbende Zellen im Gehirn zu Tumorprogression beitragen können.
* Georg Langs (MedUni Wien) und sein Team verwenden sowohl
molekulare Analysen als auch Bildgebung, um eine Untergruppe von
Brustkrebs-Patientinnen zu identifizieren, die auf eine kurative
Operation verzichten können.
~


Nierenerkrankungen werden in den letzten beiden geförderten
Projekten genauer beleuchtet.

~
* Das Projekt von Manfred Hecking (MedUni Wien) und Kolleg*innen
zielt darauf ab, eine automatisierte Therapie bei Hämodialyse zu
entwickeln.
* Für Patient*innen, die auf eine Nierentransplantation warten,
soll die Forschung von Rainer Oberbauer (MedUni Wien) und Team eine
individualisierte Risikoabschätzung auf Basis seltener genetischer
Varianten ermöglichen.
~
Zwtl.: Präzisionsmedizin – Die Rolle des WWTF für die Wiener
Forschungslandschaft

Das Potential der Präzisionsmedizin für die Behandlung und die
Förderung der Lebensqualität von Patient*innen wurde erkannt und
diese ist mittlerweile im klinischen Alltag in Wien angekommen. Seit
einigen Jahren entsteht in Wien eine „wissenschaftliche Community“
mit stark interdisziplinärem Charakter, die sich hinsichtlich der
wissenschaftlichen Qualität und der Relevanz der Forschung mit den
Besten der Welt messen lassen kann. Dabei treibt der WWTF aktiv in
seiner Rolle als Förderer den Aufbau der Community voran. Mehrere
Projekte aus dem Call 2016 haben in hochrangigen Fachjournalen
publiziert, neue Diagnoseplattformen und Therapieansätze werden
klinisch erprobt. Ein Spin-off – Allcyte - mit einem neuen
Diagnoseansatz ist aus einem Projekt entstanden; dieses Unternehmen
wächst bereits rasch mit umfangreicher privater Finanzierung.
(Schluss)

~
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
Stadtredaktion, Diensthabende/r Redakteur/in
01 4000-81081
dr@ma53.wien.gv.at
www.wien.gv.at/presse
~
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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