Titel: Wiens Bürgermeister Ludwig: „Die Stadt ist historischer Kern der Daseinsvorsorge“


Datum/Zeit: 06/23/2021 09:26 AM


Meldungstext: OTS049 5 II 0656 NRK0006 CI 23.Jun 21

Kommunales/Wien/Dienstleistungen

Wiens Bürgermeister Ludwig: „Die Stadt ist historischer Kern der
Daseinsvorsorge“
Utl.: Der 23. Juni ist UNESCO Welttag des „Public Service“;
ExpertInnen-Panel lobt kommunale Dienstleistungen =

Wien (OTS/RK) - Es beginnt beim Ausleeren des Mistkübels und geht bis
zum öffentlichen Schwimmbecken in den heißen Sommertagen: „Gute
Lebensqualität zu günstigen Preisen“ – wer kann das besser liefern,
Private oder die Öffentliche Hand? Anlässlich des, von der UNESCO
ausgerufenen, „Public Service Day“ hat das Wiener Büro für
Daseinsvorsorge am Dienstagabend zum öffentlich-digitalen Panel
geladen. Mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig diskutierten unter
anderem VertreterInnen des Klimaschutz-Volksbegehrens und Ökonomen
der WU Wien. Es seien harte Bretter, die in der EU gebohrt würden.
Der „Green Deal“ reiche bis zur Klimafrage, die sich in Städten,
Kommunen und Gemeinden über lokale Wohlstands- und Lebenssicherung
zeigten.

Zwtl.: Panel-Diskussion mit Stakeholdern und ExpertInnen

Bürgermeister Michael Ludwig unterstrich im Panel die Bedeutung
der öffentlichen Hand: In der „Stunde Null“ nach der Pandemie gelte
es, „Schwung mitzunehmen für die Zeit nach Corona“. Ludwig rechnet
vor: Siebenhundert sogenannte „Re-Kommunalisierungen“ habe es EU-weit
zuletzt gegeben; also Dienstleistungen bzw. Services, die vorab
privatisiert wurden und dann wieder in die Kommunen-Verantwortung
geholt wurden: „Denken Sie an das rostige Wasser aus den Leitungen in
England“, sagte Ludwig. „Mehr als eine Milliarde Euro hat der Bund
für die Länder versprochen – aber vergessen wir nicht: Das versickert
schnell“, so Ludwig, der in seiner Funktion als Städtebund-Präsident
auf die „wirtschaftliche und soziale Dynamik“ in den Städten verwies,
wo die Klimapolitik der Zukunft passiere. Diese kommunalen
Dienstleistungen müssten mit „cleveren Investitionen in die Smart
City Wien“ verbunden werden – neben 1,2 Milliarden Euro in Gesundheit
und Pflege investiere die Stadt Wien demnach in die Wirtschaft, in
Unternehmerinnen und Unternehmern, um den Neustart zu sichern. Als
konkretes Beispiel der „großen Schrauben“ nannte Ludwig die
ebs-Hauptkläranlage Wien. Wo bislang immerhin ein Prozent des
gesamten städtischen Energieverbrauchs für das Klären des Wiener
Kanalwasser verwendet wurde, arbeitet die neue Kläranlage
„energieautark“ – sie werde bald keinen Strom verbrauchen, sondern
Energie produzieren. „Wichtig ist die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie“, erinnerte Ludwig an den beitragsfreien Kindergarten, der in
Wien nun um die kostenfreie Ganztagsschule erweitert wird – „da sind
wir Vorreiter in Österreich. Jedes Jahr schaffen wir 10 neue
Ganztagsschulen in Wien“, so Ludwig.

„Ökologisch sinnvoll ist natürlich die Mobilität“, unterstrich
Monika Unterholzner (Wiener Lokalbahnen) die Notwendigkeit,
PassagierInnen an den Stationen der Badener Bahn alternative
Anschlüsse zu bieten – durch Bike- und Car-Sharing und dergleichen.
Unterholzner rechnet vor: Die Fahrgastzahlen der Badener Bahn hätten
„das enorme Potenzial“ offengelegt, mit 40 Prozent Passagierzuwachs,
jüngste Zahlen sprechen von 13 Millionen Fahrgästen in der Badener
Bahn im Jahr, sagte Unterholzner.

Elisabeth Klatzer (ATTAC) warf die Verteilungsfrage zwischen Mann
und Frau, zwischen Berufs- und Haushaltsarbeit in die Runde. „Das
sind Leistungen zu Hause, die werden derzeit selbstverständlich
erledigt“, sagt Klatzer, und fordert einen Ausbau der öffentlichen
Kinderbetreuungs- und Pflegeangebote („Wien steht gut da, aber
Österreich ist im EU-Schnitt weit hinten“). Es gebe immer noch das
Prinzip „mehr in die Privatwirtschaft zu investieren“, Frauen lägen
beim Anstellungsmodell der öffentlichen Hand immer noch im
Hintertreffen, so Klatzer.

Katharina Rogenhofer engagiert sich für die Bewegung „Fridays for
Future“ und das Klimaschutz-Volksbegehren. „Die Klimakrise wird
gerade soziale Probleme aufbrechen – für jene, die sich keine
Klimaanlage leisten können, oder die in der Hitze draußen arbeiten
müssen.“ In der Hinsicht brauche es jetzt „mutige Klimapolitik. Wem
gehört der öffentliche Raum“, fragt Rogenhofer rhetorisch.

Bürgermeister Ludwig entgegnet: „Das ‚Dörfliche‘ in der Stadt ist
keine Utopie. Mehr als 50 Prozent der Stadtfläche sind unverbaute
Grünfläche.“ Weil, so der Bürgermeister, zum Beispiel ehemalige
Bahnhofsareale am Hauptbahnhof und Nordbahnhof in Park-Anlagen
umgestaltet werden. „Das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit“,
baue die Stadt doch laufend neue Wohnungen für den Zuzug. Überhaupt:
„Wien ist eine intelligente Stadt“, sagt Ludwig und rechnet vor: Der
CO2-Ausstoß pro Kopf pro Wienerin und Wiener liege unter dem
Bundesländer-Schnitt.

Weitere Informationen: [https://www.daseinsvorsorge-wien.at/]
(https://www.daseinsvorsorge-wien.at/)

(Schluss) red

~
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
Stadtredaktion, Diensthabende/r Redakteur/in
01 4000-81081
dr@ma53.wien.gv.at
www.wien.gv.at/presse
~
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS049 2021-06-23/09:26

230926 Jun 21