Titel: SPÖ-Wien Klubklausur: Wien nimmt sich Schaffung von Zehntausenden Jobs und Stärkung der Ausbildung vor =


Datum/Zeit: 03/16/2022 04:35 PM


Meldungstext: OTS155 5 II 1181 NRK0007 CI 16.Mär 22

Kommunales/Wien/Parteien/SPÖ/Klausur

SPÖ-Wien Klubklausur: Wien nimmt sich Schaffung von Zehntausenden
Jobs und Stärkung der Ausbildung vor =

Wien (OTS/RK) - Die virtuelle Klubtagung die SPÖ-Rathausklubs stand
am zweiten Tag ganz unter dem Motto „Zukunft der Arbeit“. Die sechs
Stadträt*innen, der Klubvorsitzende sowie Expert*innen berieten vor
allem über den Wandel, den die Arbeitswelt nicht erst seit Corona
vollziehe. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden die Ergebnisse
präsentiert. Betont wurde dabei die Wichtigkeit der
ressortübergreifenden Zusammenarbeit, um den Anforderungen in der
Zukunft gerecht zu werden.

In seiner Rede vor den Statements der einzelnen Stadträt*innen
verwies Klubvorsitzender Josef Taucher auf zwei Studien des SORA
Instituts und Triple M Matzka, die im Vorfeld der Klausur im Auftrag
des Rathausklubs durchgeführt worden waren. Demnach würden sechs von
zehn Menschen in Wien sagen, sie hätten einen guten Job. „All diese
Daten waren wesentlich für unsere Diskussionen und halfen uns,
Antworten zu finden“ so Taucher.

Hanke: Fokus auf Qualifizierung und bessere Ausbildung gegen
Fachkräftemangel

„Jegliche Herausforderungen die Arbeit und den Arbeitsmarkt
betreffen, sind nur gemeinsam machbar“, betonte Wirtschafts- und
Finanzstadtrat Peter Hanke in seinem Statement. Er rief die gestern
präsentierte Wiener Energieunterstützung Plus in Erinnerung, die eine
große Entlastung für diejenigen brächte, die es am dringendsten
brauchen. Auf das Thema der Klausur Bezug nehmend, sagte Hanke: „Das
Thema Arbeit liegt in unserer DNA als Partei“. Deshalb werde Wien
besonders im Bereich der Fachkräfteausbildung weitere
Investitionsschwerpunkte setzen. Zusammen mit dem waff werden 110
Millionen Euro in die Ausbildung und für Höherqualifizierung
gesteckt, kündigte Hanke an. Wien biete einen breiten Fächer an
Ausbildungs- und Weiterbildungsprogrammen an, der rund 39.000
Wiener*innen sowie mehr als 1.110 Unternehmen zugute käme.

Hanke zeigte sich entschlossen, den Wirtschaftsstandort Wien
weiter auszubauen: „Wir werden rund 70 Millionen Euro in die
Wirtschaftsagentur Wien investieren und EPUs und Gründer*innen weiter
stärker fördern.“ Die Maßnahmen Wiens würden „additiv zu denen des
Bundes“ passieren, so Hanke. Das Ziel sei, dass es „den Wiener*innen
möglichst gut geht.“

Gaál: Frauen als Verliererinnen der Corona-Pandemie stärken

Frauen seien durch die Pandemie noch mehr gefordert gewesen und
„zählen zu den Verliererinnen der Pandemie“, sagte Kathrin Gaál,
Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen. Die
Doppelbelastung durch Home Office und Home Schooling sei für viele
sehr anstrengend gewesen. In diesem Zusammenhang verwies die
Stadträtin auf den Fakt, dass vermehrt Frauen in den sehr fordernden
Pflege-, und Spitalsberufen tätig seien. Wien habe sich deshalb
besonders den Frauen gewidmet und mit der großen Frauenbefragung die
Wünsche und Anliegen der Frauen in den Fokus gestellt. Gaál richtete
erneut den Aufruf an alle Wienerinnen, bei der Befragung mitzumachen.

Als weiteres Thema sprach Gaal von der Wichtigkeit des Wohnbaus
als Beschäftigungsmotor. Die Ansprüche ans Wohnen hätten sich
geändert, auch durch die Pandemie. Es habe eine Verlagerung der
Arbeit in die eigenen vier Wände stattgefunden: „Diesen Ansprüchen
müssen wir gerecht werden“, so Gaál. Wien hätte auf diese Nachfrage
im geförderten Wohnbau reagiert, als Beispiele nannte die
Wohnbaustadträtin das Quartier am Seeboden in Aspern mit unter
anderem Co-Working Spaces und mietbaren Arbeitsbereichen. Auch das
Quartier Neues Landgut, wo Tausende Wohnungen geplant sind, verbinde
in Zukunft die Themen Arbeit und Wohnen. Gaal verwies weiters darauf,
dass in den Wiener Gemeindebauten rund 5.000 Geschäftslokale zur
Verfügung stünden. „Es ist uns gelungen, bis auf wenige alle zu
vermieten“, zeigte sich Gaal zufrieden.

Sima: Stadtentwicklung als Konjunkturmotor

Ulli Sima, Stadträtin für Innovation, Stadtplanung und Mobilität
sieht die aktuelle Stadtentwicklung als Konjunkturmotor sowie
wichtigen Investitionsfaktor. „Rund zwei Milliarden an Investitionen
sichern 35.000 Jobs pro Jahr“, sagte Sima. Eine wachsende Stadt
brauche auch Perspektiven für die Menschen, betonte Sima. Das Ziel
der 15-Minuten Stadt bzw. Stadt der kurzen Wege würde auch
Arbeitsplätze im Wohnumfeld schaffen. Denn „eine schnell wachsende
Stadt braucht Wohnraum, aber genauso auch Arbeitsplätze“. Wien würde
neue Stadtviertel vorausschauend planen. So seien zum Beispiel in der
Seestadt nicht nur Wohnungen sondern auch tausende Arbeitsplätze
geplant. Diese bräuchten aber die entsprechende Infrastruktur, wie
Straßenbahnen, Busse, U-Bahnen und auch Straßen, betonte Sima. Als
weitere Stadtentwicklungsgebiete nannte die Stadträtin den
Nordbahnhof und den Nordwestbahnhof, wo ebenfalls Wohnraum und
Arbeitsplätze entstehen würden.

Czernohorsky: Klimawandel wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus

Klima- und Personalstadtrat Jürgen Czernohorsky erklärte, dass
sich Klimawandel auch auf den Arbeitsmarkt auswirke. Es gäbe sehr
viele „Herausforderungen, die auch mit dem Klimawandel
zusammenhängen“, so der Stadtrat. Das sei für Wien als Arbeitgeberin
eine große Chance. Wien habe sich durch den Klimafahrplan klar
positioniert. In Zukunft wären laut Czernohorsky vermehrt Green
Skills gefragt, damit dieser Fahrplan umgesetzt werden kann.
Mitarbeiter*innen würden in Zukunft vor allem in den Bereichen
Umwelt, Klima und Stadtplanung gebraucht. Außerdem werde Wien
aufgrund der Altersstruktur bis 2030 rund 21.000 neue
Mitarbeiter*innen benötigen. „Dieses Potenzial gilt es zu heben“ sagt
der Stadtrat. Wien wolle eine Arbeitgeberin mit Sinn sein, so
Czernohorsky: „Menschen sollen einen Beitrag leisten zur Verbesserung
der Stadt“.

Hacker: Gesundheitsberufe sind Jobs mit Zukunft

Stadtrat für Gesundheit, Soziales und Sport, Peter Hacker betonte,
dass unterschiedliche Bereiche nur gemeinsam etwas Großes erreichen
können, „wenn man Fäden verknüpfe“. Jobs in der Pflege und der
Medizin, so habe auch die Corona-Pandemie gezeigt, seien die Jobs der
Zukunft. Der Fachkräftemangel beträfe auch die Pflege. Deshalb wurde
bereits vor zwei Jahren ein Ausbau der Pflegeausbildung eingeführt.
Mittlerweile könne man von einem Erfolg sprechen, so Hacker. Denn
Wien habe mehr Bewerbungen als freie Stellen. Man werde deshalb noch
mehr in die Ausbildung investieren. Der waff als zentrales
Instrument, stehe dabei als Unterstützung zur Verfügung.
Investitionen in den Gesundheitsbereich zahlen sich laut Hacker in
jedem Fall aus. Er sprach von einem Booster auf die Wertschöpfung und
Beschäftigung. „Die Reinvestition von 5,3 Milliarden Euro sichern
alleine 27.100 Arbeitsplätze in Wien und 55.000 in ganz Österreich“

Kaup-Hasler: Zukunftsraum für Kunst und Kultur

Es gäbe große Herausforderungen bei der fairen Bezahlung im
Bereich der Kunst und Kultur, so Kultur- und Wissenschaftsstadträtin
Veronika Kaup-Hasler. Die Stadt Wien habe sich deshalb dem „Fair Pay“
verschrieben und bereits viele Maßnahmen geschaffen, wie
Arbeitsstipendien, Erhöhung der Förderungen für die freie Szene und
Investition in nachhaltig leistbare Arbeitsräume. Die
Arbeitsverhältnisse im Kultur- und Kunstbereich müssten verbessert
werden, betonte Kaup-Hasler. Wichtig sei in dem Zusammenhang auch der
Raum für die Kunst und Kultur. Es gelte, neue nachhaltige
Arbeitsräume zu schaffen, Synergien zu nutzen, zum Beispiel mit
Kooperationsprojekten mit Institutionen wie dem Brut oder dem WUK
nachhaltig zu planen und soziale Räume zu schaffen. In der
Stadtentwicklung müsse die Kunst und Kultur immer mitgedacht werden.

Am Rande der Wiener Klubklausur war auch die Corona-Politik des
Bundes Thema: Von Journalist*innen auf die aktuell hohen Zahlen der
Corona-Neuinfektionen sowie das von der Bundesregierung geplante
Testsystem (5 PCR-Tests und 5 Antigen-Tests pro Person pro Monat)
angesprochen, reagierte Wiens Gesundheitsstadtrat Hacker mit
Fassungslosigkeit: „Wir blicken mit Staunen darauf, was gerade
passiert.“ Man habe eine größere „Vogel-Strauß-Taktik“ noch nicht
erlebt. Anscheinend würde ein Experiment mit acht Millionen
Österreicher*innnen durchgeführt, so der Gesundheitsstadtrat. Die
Regierung würde mitten in der Pandemie aufhören, Gesundheitspolitik
zu machen. Wien werde sich intensiv beraten und allfällige Schritte
und Maßnahmen vorbehalten. Über die Zukunft der Tests in Wien wollte
sich Hacker nicht festlegen. Auch hier habe es nach der Verkündung
der Bundesregierung noch Expertenberatungen zu geben. (Schluss) kri

~
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
Stadt Wien Presse- und Informationsdienst, Diensthabende/r Redakteur*in
Service für Journalist*innen, Stadtredaktion
01 4000-81081
dr@ma53.wien.gv.at
www.wien.gv.at/presse
~
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS155 2022-03-16/16:35

161635 Mär 22