Titel: Nach Expert*innen-Beratungen: Wien schränkt Besuche in Spitälern und Pflegeheimen ein


Datum/Zeit: 03/17/2022 04:37 PM


Meldungstext: OTS180 5 II 0544 NRK0012 CI 17.Mär 22

Kommunales/Wien/Pandemie

Nach Expert*innen-Beratungen: Wien schränkt Besuche in Spitälern und
Pflegeheimen ein
Utl.: Bürgermeister Ludwig: „Limitierung auf Wunsch der Spitäler“ =

Wien (OTS/RK) - Die Stadt Wien setzt den konsequenten und sicheren
Weg in der Bekämpfung der Corona-Pandemie fort und setzt angesichts
des Anstiegs an Neuinfektionen in ganz Österreich strengere Maßnahmen
im Bereich von Spitälern, Alten- und Pflegeheimen: Besuche werden ab
der kommenden Woche begrenzt. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig
heute, Donnerstag, bei einem Mediengespräch im Anschluss an die
Beratungen mit seinem Gremium von Fachleuten angekündigt. So soll in
Krankenanstalten eine Besucher*in pro Patient*in und Tag zugelassen
werden, in Einrichtungen für ältere Menschen sollen dies zwei
Personen pro Tag sein. Für diese Einrichtungen gilt dann auch die
2G-plus-Regelung, wonach nur Geimpfte und Genesene mit einem
zusätzlichen negativen PCR-Test Angehörige besuchen dürfen. Die
bereits in der Gastronomie und Nachtgastronomie geltende 2G-Regel
wird ebenso beibehalten, wie die FFP2-Maskenpflicht im gesamten
Handel.

„Diese Einschränkung der Besuche erfolgt auf ausdrücklichen Wunsch
aus den Spitälern, wo angesichts der Rekordwerte an Infektionen und
den hohen Belagszahlen die Belastung für die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter enorm ist“, erläuterte Bürgermeister Ludwig. Denn
Ausfälle durch einen positiven Test von Spitalspersonal und der
nachfolgenden Quarantäne würden in den allerwenigsten Fällen durch
ein Freitesten reduziert werden, „da das Personal meist erkrankt.“
Omikron breite sich in allen Bundesländern nach wie vor aus und lasse
die Zahl der Neuinfektionen und aktiven Corona-Fälle weiter steigen.
Ludwig: „Diese Maßnahmen zielen darauf ab, vulnerable und ältere
Menschen besonders zu schützen. Wir behalten uns weitere Schritte vor
und werden die Situation ganz genau beobachten.“

Zwtl.: Appell an Bund: Maskenpflicht und weitere Maßnahmen wieder
einführen

Ludwig forderte die Bundesregierung auf, „rasch zu handeln, um die
hohe Anzahl der Infizierten zu verringern und eine Möglichkeit zu
bieten, die Infektionskurve abzuflachen und damit auch die Spitäler
zu entlasten. Im Gegensatz zum Bund und zur Gecko-Kommission sieht
Wien ein Ansteigen der Kurve, „wie wir ihn noch nie erlebt haben“,
sagte Ludwig. Der Bund müsse daher Schutzmaßnahmen wieder einführen
wie etwa die Maskenpflicht in Innenräumen „oder andere Maßnahmen“.
Anscheinend wolle der Bund die Omikron-Welle „durchrauschen“ lassen,
doch die Auswirkungen der Omikronwelle auf Ungeimpfte, die schwer
erkranken würden, und auch Long Covid, von zehn bis 15 Prozent aller
Erkrankten betroffen seien, würden künftig noch für Probleme sorgen.
Wie es mit dem Testen weitergehe, bei dem Wien mit „Alles gurgelt!“
ein „vorbildliches Testsystem“ etabliert habe, sei noch völlig offen.
Er habe keine Ahnung nach welchem System die neuen Testregeln
umgesetzt werden sollten, er habe auch vom Bund darauf noch keine
Antwort erhalten. „Mich beschleicht der Verdacht, dass das in Wien
gut funktionierende System abgeändert werden soll“, vermutete der
Bürgermeister. Das Testregime in Wien habe auch Vorteile für
Arbeitsmarkt und die Wirtschaft, denn damit seien Ausfälle frühzeitig
erkannt und Infektionsketten durchbrochen worden.

Michael Binder, Medizinischer Direktor des Wiener
Gesundheitsverbundes, unterstrich die Aussagen des Bürgermeisters mit
Daten, die auch per Abwassermessungen ermittelt wurden. „Die Prognose
zeigt einen weiteren Anstieg, der Peak ist dabei noch nicht erreicht
und wird wohl erst im Lauf der kommenden Woche erreicht sein. In den
Krankenhäusern, wo ein Rückgang der Infektionen erst nach zirka zwei
Wochen spürbar wird, dürfen wir erst mit Ende April mit einer
Entlastung rechnen“, sagte Binder. (Schluss) nic

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