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Titel: Hanke/Costa: Recht auf sichere Schwangerschaftsabbrüche Grundprinzip
Datum/Zeit: 09/27/2023 02:33 PM
Meldungstext: OTS145 5 II 0749 DSW0001 27.Sep 23

Wien/SPÖ/Frauen/Schwangerschaftsabbruch

Hanke/Costa: Recht auf sichere Schwangerschaftsabbrüche Grundprinzip
Utl.: SPÖ Frauen erneuern anlässlich des Safe Abortion Day ihre
Forderungen nach kostenlosen, entkriminalisierten
Schwangerschaftsabbrüchen in Wohnortnähe =

Wien (OTS/SPW) - „Seit Jahren nehmen konservative und rechte Gruppen,
die das Selbstbestimmungsrecht von Frauen infrage stellen wollen,
besorgniserregend an Fahrt auf. Die Gruppen sind gut international
vernetzt und entsprechend radikal. Das baut Druck auf und wirkt sich
auch negativ auf die öffentliche Debatte aus, die weg von den
Lebensrealitäten von Frauen hin zu einer stumpfen Polemik geht“, so
Marina Hanke, Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen. „Da steigen
natürlich die Sorge und die Gefahr, dass die Fristenlösung und
bestehende Zugänge zu Abtreibungen auch in Österreich ins Wanken
kommen. Dass der konservative und vor allem auch kirchliche Bereich
in Österreich noch immer viel mitmischt, sieht man ja auch gerade in
Vorarlberg.“

„Das Recht, über den eigenen Körper und die eigene Gesundheit zu
entscheiden, ist ein Grundprinzip unserer demokratischen
Gesellschaft. Frauen sollten in der Lage sein, verantwortungsvolle
und informierte Entscheidungen über ihren Schwangerschaftsverlauf zu
treffen. Der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ist ein
wesentlicher Bestandteil dieses Rechts und darf nicht eingeschränkt
oder behindert werden“, ergänzt Sara Costa, Landesfrauensekretärin
der SPÖ Wien.

Hanke: „Müssen in Österreich Recht auf Schwangerschaftsabbruch
auch in Zukunft gewährleisten“

„Dass in Österreich Schwangerschaftsabbruch möglich und straffrei
im Rahmen der Fristenlösung ist, ist für Frauen in Österreich
mittlerweile selbstverständlich. Das ist auch gut so. Damit sichere
und straffreie Schwangerschaftsabbrüche selbstverständlich bleiben,
genau dafür wollen wir als SPÖ sorgen!“, so Costa weiter.

„Die von Johanna Dohnal gemeinsam mit vielen anderen durchgesetzte
Fristenlösung war ein Meilenstein, der Frauen Selbstbestimmung und
Sicherheit ermöglichte – den konservativen Anstrengungen der ÖVP und
der Kirche zum Trotz. Nun ist es an der Zeit, diesen Erfolg für die
Zukunft zu sichern. Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch muss in
Österreich gewährleistet werden. Dazu müssen Abtreibungen endlich
kostenlos und in ganz Österreich in Wohnortnähe verfügbar sein“, so
Hanke, die sich bei den Initiator*innen der Initiative #AusPrinzip
bedankt, die diese Forderungen seit mehreren Monaten zum Thema macht.

Die Fakten lügen nicht: Der Zugang zu sicheren
Schwangerschaftsabbrüchen rettet Leben. Wo Abtreibungen verboten
werden, nehmen die Zahlen nicht unbedingt ab. Ein Verbot bewirkt in
erster Linie, dass Abtreibungen spät in der Schwangerschaft, von
unqualifizierten Menschen und unter unhygienischen Bedingungen
durchgeführt werden. Dies führt dann zu einer großen Gefahr für die
Gesundheit und das Leben von Frauen. Bis in die 1970er Jahre waren
Abtreibungen in Österreich verboten, dennoch wurden sie vollzogen –
verbunden mit zahlreichen Komplikationen und Todesfällen aufgrund der
unsachgemäßen Durchführung.

Costa: „Für sichere Schwangerschaftsabbrüche ist Aufklärung, ein
flächendeckender Zugang und Entstigmatisierung notwendig“

„Tatsächlich notwendig ist, weg von der paternalistischen
Bevormundung von Frauen zu kommen, was ihre Körper betrifft. Dafür
sind eine frühe und gute Aufklärung von Jugendlichen über
Verhütungsmittel sowie der einfache Zugang zentral. Daher fordern wir
eine qualitativ hochwertige Sexualpädagogik für alle jungen Menschen
und vor allem den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln. Das Thema
Sexualität totzuschweigen führt, wie man weltweit sehen kann, nur
dazu, dass Menschen keine aufgeklärten und sicheren Entscheidungen
treffen können“, erklärt Marina Hanke.

Zum Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen gehört aber nicht
nur die Legalisierung bzw. Entkriminalisierung. „Frauen müssen auch
real die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch haben. Heißt,
Schwangerschaftsabbrüche müssen zugänglich und in einem sicheren
Umfeld verfügbar sein. Wenn die nächste Klinik mehrere Stunden von
mir entfernt ist und der Abbruch Unsummen kostet, dann treibt es
Frauen wieder dazu, zu drastischen Mitteln zu greifen. Auch die
Stigmatisierung und die Geheimniskrämerei rund um Abtreibungen müssen
aufhören“, betont Sara Costa.

„Es ist entscheidend, dass Frauen Zugang zu qualitativ
hochwertiger, unvoreingenommener Information über
Schwangerschaftsabbrüche haben. Dies ermöglicht es ihnen, fundierte
Entscheidungen zu treffen und die bestmögliche Versorgung zu
erhalten. Wir müssen sicherstellen, dass Frauen in dieser Situation
nicht stigmatisiert werden und leicht auf medizinische Versorgung
zugreifen können, die ihren Bedürfnissen entspricht“, ergänzt Hanke.

Dass es auch anders geht, sieht man an Mexiko und Argentinien.
„Dass in den beiden Ländern Schwangerschaftsabbruch endlich
entkriminalisiert wurde, ist ein Riesenerfolg der dortigen
Frauenbewegung! Das gibt natürlich auch Hoffnung, dass auch in
Österreich endlich das Recht auf Selbstbestimmung und Gesundheit
ernst genommen und über konservative und rechte Interessen gestellt
wird“, so Costa abschließend.

Die Wiener SPÖ Frauen sind daher auch im Netzwerk #AusPrinzip und
im „Bündnis 28. September“ aktiv. Denn gerade heute ist gemeinsame
feministische Arbeit wichtiger denn je, um auch 50 Jahre nach
Einführung der Fristenlösung das Selbstbestimmungsrecht der Frauen
weiter zu garantieren und auszubauen. Im Zuge des Bündnisses 28.
September findet morgen, 18.00 Uhr, eine gemeinsame Kundgebung
anlässlich des „Safe Abortion Day“ statt. (Schluss)

~
Rückfragehinweis:
SPÖ-Frauen Wien
Tel.: 01 53427 231
wien.frauen@spoe.at
frauen.spoe.wien
~
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/197/aom

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